Holz & Blech
ein Projekt für "Linz 2009"
 
1. Aufbau
Unter Einbeziehung der örtlichen Blasmusikkapellen soll der Weg der Blasmusik durch die Zeit dargestellt werden. An historisch relevanten Orten werden Aufführungen organisiert, die in unterschiedlicher Weise die jeweilige Epoche aufarbeiten.
 
Das Publikum wird zu Fuß und mit Bussen zu den jeweiligen Standorten gebracht und kann so die Reise durch die Zeit auch räumlich nachvollziehen. An jedem Ort wird ein Musikstück aufgeführt. Das Publikum wird in Gruppen von circa zweihundertfünfzig Personen zeitversetzt um eine viertel Stunde „Holz & Blech“ durchreisen.
 
Die dargebotene Musik wird eigens dafür komponiert, um die jeweiligen Orte und ihre Zeitepoche darzustellen.
 
Für jeden Aufführungsort wird ein Gesamtkonzept, das eine optische Umsetzung der Musik beinhaltet, entwickelt.
 
2.  Spielorte
Als Spielorte sind vorgesehen:
 
I.    Das Schloss
II.   Der Pfarrplatz
III.  Der Ursulinenhof
IV.  Schloss Ebelsberg
V.   Der Bahnhof
VI.  voestalpine AG
 
Am Endpunkt der musikalischen Stadtrundfahrt wird es an jedem Aufführungstag ein Abschlusskonzert am Linzer Schloss geben.
 
Historische Zusammenhänge
 
Die historischen Zusammenhänge werden den Zuhörern von Betreuern und Betreuerinnen, die sie an einem Treffpunkt abholen, erklärt und nahe gebracht.
 
I. Das Schloss
Das Linzer Schloss steht für das römische Linz, es ist der Ausgangspunkt der menschlichen Besiedlung im Stadtgebiet. In diesem Bereich waren wahrscheinlich auch das erste Mal im Raume Linz Blechblasinstrumente in Form von Römischen Signalhörnern zu hören.
Der Weg zum nächsten Spielort, dem Pfarrplatz, ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
 
II. Der Pfarrplatz (Stadtpfarrkirche)
Der Pfarrplatz findet als Beispiel für das Mittelalterliche Linz Raum in diesem Projekt.
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befestigungsanlagen umgaben das urbane Areal. Bedeutende Reste dieser Wehrmauern sind beim Bau der Pfarrplatztiefgarage zutage getreten.
 
III. Ursulinenhof
Im barockzeitlichen Linz entwickelte sich die Stadt nach Süden entlang der bedeutendsten Ausfallstrassen, z. B. der heutigen Landstrasse, in der sich der Ursulinenhof befindet.
Dieser ist als barockes Bauwerk und in seiner heutigen Nutzung als Kulturzentrum prädestiniert für die Einbeziehung in dieses Projekt.
Alle weiteren Wege des Publikums werden mit Bussen durchgeführt.
 
IV. Ebelsberg
Das Zeitalter der Französischen Revolution zeigte in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch in der Musik, deutliche Auswirkungen. Auch Linz blieb von dieser gesamteuropäischen politischen Krisensituation nicht verschont. Die Schlacht bei Ebelsberg 1809 ist der historische Hintergrund für die Wahl dieses Aufführungsortes.
Das Schloss Ebelsberg mit seinen umfangreichen Parkanlagen stellt einen hervorragenden Schauplatz für dieses Projekt dar.
 
V. Bahnhof
Das Zeitalter der industriellen Revolution wird an diesem Ort künstlerisch umgesetzt.
Erstmals können große Distanzen im Güter und Personenverkehr problemlos bewältigt werden. Erste Manufakturen entstehen im Stadtgebiet. Mit der neuen Freiheit entwickeln sich auch neue Freiheiten der Kunst.
Als Aufführungsort bietet sich das TS-Werk Linz der ÖBB an.
 
VI. Voestalpine AG
Der Bau großer Industrieanlagen während der NS-Zeit prägt das Erscheinungsbild der Stadt für die nächsten Jahrzehnte. Der Wandel zur Industriemetropole ist somit vollzogen und führt zu einem enormen Anwachsen der Einwohnerzahl. Der Wohlstand und die Modernität der Stadt Linz basiert ebenfalls auf dieser Entwicklung.
 
Abschlusskonzert am Linzer Schloss
Dieser historisch geschichtsträchtige Platz ist Anfang und Endpunkt der Zeitreise. Hier werden sich alle Teilnehmer, Musiker und Mitarbeiter treffen, um zu diskutieren und um das Abschlusskonzert zu hören.
Da das Abschlusskonzert frei zugänglich sein wird, werden viele Linzer und andere Besucher auf dem Schloss zusammentreffen.
 
 
3.  Die Organisation
 
Zeitversetzung
Ein zeitversetzter Ablauf ermöglicht es, vier Durchläufe pro Abend durchzuführen. Daraus errechnet sich eine maximale Zuhörerzahl von tausend Zuhörern pro Aufführungstag.
 
Aufführungen
Die Planung sieht zwei Wochenenden im Frühsommer (13., 14. Juni, 20., 21 Juni 2009) und zwei Wochenenden im Spätsommer (19., 20. September, 26., 27. September 2009), mit Aufführungen jeweils Samstagabend und Sonntag am späten Vormittag (als Matinee), vor. Daraus ergeben sich acht Aufführungstage.
 
Betreuung
Die Besuchergruppen werden von geschulten Betreuern über die gesamte Wegstrecke betreut.
Dabei werden Informationen über die historischen Hintergründe und die künstlerische Aufarbeitung der Spielorte vermittelt.
Die Betreuer ermöglichen es auch Menschen mit Behinderung eine Aufführung mitzuerleben.
Jeder Besucher bekommt einen Informationsfolder über das Projekt. Dieser Folder wird in mehreren Sprachen vorliegen.
 
Vorverkauf
Aus organisatorischen Gründen werden Eintrittskarten nur im Vorverkauf erhältlich sein.
Der Vertrieb wird über Kartenbüros bzw. über die Homepage des Projektes (www.holzundblech.at) problemlos abgewickelt.
Der Vorverkauf ermöglicht es, für Menschen mit Behinderung eine Betreuung zu organisieren.
Für Besuchergruppen mit nicht deutscher Muttersprache kann eine Führung in der jeweiligen Sprache organisiert werden.
 
Abschlusskonzerte
Das Abschlusskonzert an den jeweiligen Abenden wird von unterschiedlichen Orchestern gestaltet werden und ist für Besucher frei.
An jedem Wochenende wird dabei die Auftragskomposition einer jungen Komponistin oder eines jungen Komponisten uraufgeführt.
 
Organisationsleitung
Die Gesamtleitung und Organisation liegt in den Händen der Projektautoren.
 
4.  Musikkapellen
 
Kapellen des Bezirkes Linz Stadt
Musikkapelle der Kleinmünchner
Musikkapelle St. Magdalena
Musik der Linz AG
Musik der Energie AG OÖ
Landespolizeiorchester Oberösterreich
Magistratsmusik Linz
Musikverein Ebelsberg-Pichling
Bundesbahnmusik Linz
Militärmusik Oberösterreich
Spielmannszug Linz
voestalpine Blasorchester
Kolpingblasorchester Linz
Siemens Blasorchester
 
Es wurden alle Musikkapellen des Bezirkes Linz Stadt eingeladen, am Projekt „Holz & Blech“ teilzunehmen. Der Zuspruch war überwältigend, es gab keine Absagen.
 
5.  KünstlerInnen
Einer der wichtigsten Punkte bei der Ausarbeitung des Konzepts war es, keine künstlerischen Kompromisse einzugehen.
Folgende namhafte Komponisten haben sich an dem Projekt beteiligt:
Thomas Doss, Gunter Waldek, Thomas Mandl, Hermann Miesbauer, Albin Zaininger und Christoph Cech.
 
Für die Abschlusskonzerte werden pro Aufführungswochenende Auftragskompositionen an junge AuftragskomponistInnen (Johannes Berauer, Florian Moitzi, Fatima El Kosht, Susanne Zabl) vergeben.
 
Für die optische Umsetzung konnten Rolf Zavelberg und Gerhard Pirner gewonnen werden.
 
6.  Zeitplan
Winter 2006 Entscheidung und Freigabe des Projektes.
Präsentation des Endprojektes bei allen Beteiligten. Erste organisatorische Entscheidungen über die zukünftige Aufteilung der Arbeitsressource.
 
Frühling 2007, Hearings und Auswahl der Künstler und Künstlerinnen.
Kontaktaufnahme zu den Gastkapellen, Festlegung der Termine, Entwicklung eines Konzeptes für personelle Aufteilung der Musikkapellen.
 
Sommer, Herbst und Winter 2007, Entwicklung der künstlerischen Konzepte zu den Aufführungsorten.
Erarbeitung eines genauen Probeplans. Auswahl der Teams für die einzelnen Standorte.
 
2008 Erstellung der Kompositionen. Erste Proben und Entwicklung des genauen Ablaufes. Arbeit an der technischen Umsetzung der Inszenierungen, Organisation der Abläufe, Werbung und Start des Vorverkaufs, CD-Produktion.
 
2009 Proben und Organisation der Aufführungen, DVD Produktion.
 
7.  Dokumentation
Die Dokumentation des Projektes „Holz & Blech“ erfolgt über die ganzen Jahre sporadisch durch ein Filmteam. Permanent werden mit einer oder mehrer Kameras von Beteiligten Dokumentarmaterial und Interviews gedreht, um eine lückenlose Dokumentation der Entwicklung des Projektes zu haben.
 
Aus dem Dokumentationsmaterial soll eine DVD über das Projekt gestaltet werden. Die Musikstücke werden as CD produziert.
 
8. Nachhaltigkeit
Ein großer Wunsch der Projektautoren ist es, mit diesem Projekt nicht nur die Geschichte der Blasmusik zu beschreiben, aufzuzeigen und fühlbar zu machen. Sie wollen den Blick darauf verändern und die Zukunft gestalten. Dabei ist es wichtig, auch darüber nachzudenken, was von einem so großen Projekt langfristig bleibt.
 
9. Conclusio
Die Einbeziehung breiter Bevölkerungsgruppen in die Durchführung gewährleistet große Akzeptanz quer durch alle sozialen und kulturellen Schichten.
 
Das künstlerische Konzept eröffnet grenzenlose Möglichkeiten.
Es kann quer durch die Zeit, aber auch über Tradition und Moderne hinweg eine Brücke schlagen.
 






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